Migräne Symptome verstehen: Der komplette Ratgeber für Betroffene
Migräne Symptome betreffen allein in Deutschland etwa 12-14% der Bevölkerung und gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Die charakteristischen Migräne Symptome gehen weit über einfache Kopfschmerzen hinaus und können das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden Frauen etwa dreimal häufiger unter Migräne als Männer, wobei die Erkrankung meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auftritt.
Eine aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Migräne weltweit die zweithäufigste Ursache für Behinderungen bei Menschen unter 50 Jahren darstellt. Das Verständnis der verschiedenen Migräne Symptome ist entscheidend für eine frühzeitige Diagnose und effektive Behandlung. Dieser umfassende Ratgeber erklärt alle wichtigen Aspekte der Migräne Symptome, von den ersten Anzeichen bis hin zu modernen Therapieansätzen.

Die vier Phasen der Migräne und ihre charakteristischen Symptome
Prodromalphase: Die ersten Warnsignale
Die Prodromalphase tritt bei etwa 60% aller Migränepatienten auf und kann bereits Stunden oder sogar Tage vor dem eigentlichen Kopfschmerz beginnen. Diese frühen Migräne Symptome werden oft übersehen oder falsch interpretiert, obwohl sie wichtige Hinweise auf einen bevorstehenden Anfall liefern.
Typische Prodromalsymptome umfassen Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit oder euphorie, Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, vermehrtes Gähnen, Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit. Viele Betroffene berichten auch von Nackenverspannungen, häufigem Wasserlassen oder Verstopfung als frühe Anzeichen.
Die Erkennung dieser Prodromalsymptome ermöglicht es Patienten, präventive Maßnahmen zu ergreifen und möglicherweise die Intensität des folgenden Migräneanfalls zu reduzieren. Studien zeigen, dass die frühzeitige Medikamenteneinnahme in dieser Phase besonders effektiv sein kann.
Auraphase: Neurologische Begleitsymptome
Etwa 20-25% der Migränepatienten erleben eine Auraphase, die typischerweise 5-60 Minuten vor oder während des Kopfschmerzes auftritt. Diese neurologischen Migräne Symptome sind meist reversibel und können verschiedene Sinneswahrnehmungen betreffen.
Die häufigste Form ist die visuelle Aura, die sich durch Lichtblitze, Zickzacklinien (Fortifikationsspektren), blinde Flecken oder Gesichtsfeldausfälle äußert. Sensible Aurasymptome manifestieren sich als Kribbeln oder Taubheitsgefühle, die meist an den Fingerspitzen beginnen und sich über Arm und Gesichtshälfte ausbreiten.
Sprachstörungen (aphasische Aura) können ebenfalls auftreten und äußern sich durch Wortfindungsstörungen oder Schwierigkeiten beim Verstehen gesprochener Sprache. Seltener sind motorische Aurasymptome mit vorübergehenden Lähmungserscheinungen. Die Basilarismigräne, eine seltene Form, kann zusätzlich Schwindel, Hörminderung oder Bewusstseinsstörungen verursachen.
Kopfschmerzphase: Der Höhepunkt der Beschwerden
Die Kopfschmerzphase stellt den Kern der Migräne Symptome dar und dauert unbehandelt zwischen 4 und 72 Stunden. Der charakteristische Migränekopfschmerz ist typischerweise einseitig lokalisiert, pulsierend oder pochend und von mittlerer bis schwerer Intensität.
Begleitende vegetative Symptome verstärken das Leiden erheblich. Übelkeit tritt bei etwa 90% der Patienten auf, Erbrechen bei etwa 30%. Die ausgeprägte Licht- (Photophobie) und Lärmempfindlichkeit (Phonophobie) führt dazu, dass Betroffene Ruhe in abgedunkelten, stillen Räumen suchen.
Körperliche Aktivität verschlechtert die Migräne Symptome typischerweise, weshalb Patienten während eines Anfalls meist bewegungsunfähig sind. Zusätzlich können Geruchsempfindlichkeit (Osmophobie), Schwindel, Konzentrationsstörungen und allgemeine Schwäche auftreten.
Postdromalphase: Die Erholungszeit
Nach Abklingen der Kopfschmerzen folgt oft eine Postdromalphase, die umgangssprachlich als „Migränekater“ bezeichnet wird. Diese Phase kann 24-48 Stunden andauern und ist durch charakteristische Migräne Symptome geprägt.
Betroffene fühlen sich häufig erschöpft, verwirrt oder benommen. Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme und emotionale Labilität sind weitere typische Beschwerden. Paradoxerweise können manche Patienten auch ein Gefühl der Euphorie oder ungewöhnlichen Klarheit erleben.
Die Kopfhaut kann noch empfindlich sein, und plötzliche Kopfbewegungen können residuelle Schmerzen auslösen. Das Verständnis dieser Phase ist wichtig, da sie oft unterschätzt wird, obwohl sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann.
Verschiedene Migräneformen und ihre spezifischen Symptome
Migräne ohne Aura (früher: einfache Migräne)
Die Migräne ohne Aura stellt mit etwa 75-80% aller Fälle die häufigste Form dar. Die diagnostischen Kriterien der International Headache Society (IHS) erfordern mindestens fünf Attacken mit spezifischen Charakteristika.
Die Kopfschmerzen müssen mindestens zwei der folgenden Eigenschaften aufweisen: einseitige Lokalisation, pulsierender Charakter, mittlere bis schwere Intensität und Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten. Zusätzlich muss mindestens eines der folgenden Begleitsymptome vorliegen: Übelkeit und/oder Erbrechen oder Photophobie und Phonophobie.
Diese Form der Migräne wird oft mit Spannungskopfschmerzen verwechselt, da die charakteristische Aura fehlt. Die korrekte Diagnose ist jedoch entscheidend für die Wahl der optimalen Therapie.

Migräne mit Aura (früher: klassische Migräne)
Bei der Migräne mit Aura treten zusätzlich zu den Kopfschmerzen neurologische Symptome auf. Die Aura entwickelt sich graduell über 5-20 Minuten und dauert meist weniger als 60 Minuten. Mindestens eines der Aurasymptome muss einseitig auftreten.
Die visuelle Aura ist am häufigsten und kann verschiedene Formen annehmen: schimmernde Zickzacklinien, die sich über das Gesichtsfeld bewegen, blinkende Punkte oder temporäre Blindheit in einem Gesichtsfeldbereich. Sensible Aurasymptome beginnen meist als Kribbeln in den Fingerspitzen und breiten sich über den Arm zur Gesichtshälfte aus.
Sprachstörungen können als Wortfindungsstörungen, undeutliche Sprache oder Schwierigkeiten beim Verstehen auftreten. Diese Symptome sind vollständig reversibel, können aber während des Auftretens sehr beunruhigend sein.
Chronische Migräne
Die chronische Migräne ist definiert als Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten, wobei an mindestens acht Tagen die Kriterien einer Migräne erfüllt sind. Diese Form betrifft etwa 1-2% der Bevölkerung und stellt eine besonders schwere Verlaufsform dar.
Die chronische Migräne entwickelt sich meist aus einer episodischen Migräne durch verschiedene Faktoren wie Medikamentenübergebrauch, Stress, Schlafstörungen oder hormonelle Veränderungen. Die Symptome können zwischen den einzelnen Tagen variieren, wobei sowohl migräneartige als auch spannungskopfschmerzartige Beschwerden auftreten können.
Die Behandlung der chronischen Migräne erfordert einen multimodalen Ansatz mit prophylaktischen Medikamenten, Lebensstilanpassungen und oft auch psychologischer Unterstützung.
Menstruelle Migräne
Etwa 60% der Frauen mit Migräne berichten über einen Zusammenhang zwischen ihren Attacken und dem Menstruationszyklus. Die reine menstruelle Migräne tritt ausschließlich im Zusammenhang mit der Menstruation auf, während die menstruell assoziierte Migräne sowohl menstruell als auch zu anderen Zeiten auftritt.
Die hormonellen Schwankungen, insbesondere der Abfall des Östrogenspiegels vor der Menstruation, gelten als Hauptauslöser. Diese Migräneattacken sind oft besonders schwer und langanhaltend, sprechen schlechter auf die übliche Akuttherapie an und gehen häufiger mit Übelkeit und Erbrechen einher.
Die Behandlung kann sowohl akute als auch präventive Ansätze umfassen, einschließlich hormoneller Interventionen in ausgewählten Fällen.
Migräne bei Kindern und Jugendlichen
Migräne ist nicht nur eine Erkrankung Erwachsener – etwa 3-5% der Kinder und bis zu 10% der Jugendlichen sind betroffen. Die Migräne Symptome bei Kindern können sich jedoch von denen Erwachsener unterscheiden.
Kindliche Migräneattacken sind oft kürzer (1-4 Stunden), häufiger beidseitig lokalisiert und gehen stärker mit gastrointestinalen Symptomen einher. Kinder können ihre Beschwerden oft nicht präzise beschreiben, weshalb Verhaltensänderungen wichtige Hinweise liefern: Rückzug, Blässe, Weinerlichkeit oder das Bedürfnis nach Ruhe und Dunkelheit.
Periodische Syndrome im Kindesalter wie zyklisches Erbrechen, abdominelle Migräne oder benigner paroxysmaler Schwindel werden als Migräne-Äquivalente betrachtet und können Vorläufer einer späteren typischen Migräne sein.
Differentialdiagnose: Abgrenzung zu anderen Kopfschmerzformen
Die korrekte Diagnose der Migräne erfordert eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen Kopfschmerzformen. Spannungskopfschmerzen, die häufigste primäre Kopfschmerzform, sind typischerweise beidseitig, drückend oder ziehend und werden nicht durch körperliche Aktivität verstärkt.
Clusterkopfschmerzen treten in charakteristischen Serien auf, sind streng einseitig, extrem schmerzhaft und gehen mit autonomen Symptomen wie Tränenfluss oder verstopfter Nase einher. Die Attacken sind kürzer (15 Minuten bis 3 Stunden) und die Patienten sind während der Schmerzphase typischerweise unruhig.
Sekundäre Kopfschmerzen durch zugrundeliegende Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden, insbesondere bei erstmaligem Auftreten nach dem 50. Lebensjahr, plötzlichem Beginn, progressivem Verlauf oder zusätzlichen neurologischen Symptomen.
Auslöser und Triggerfaktoren
Das Verständnis individueller Auslöser ist entscheidend für die Migräneprävention. Häufige Triggerfaktoren umfassen Stress, Schlafmangel oder -übermaß, hormonelle Schwankungen, bestimmte Nahrungsmittel, Wetterveränderungen, starke Sinnesreize und Medikamente.
Nahrungsmittelauslöser sind individuell sehr unterschiedlich, können aber Alkohol (besonders Rotwein), Käse, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Geschmacksverstärker umfassen. Wichtig ist, dass nicht alle vermeintlichen Auslöser tatsächlich Trigger sind – manchmal handelt es sich um frühe Migränesymptome, die fälschlicherweise als Auslöser interpretiert werden.
Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, individuelle Trigger zu identifizieren und Muster zu erkennen. Die systematische Vermeidung oder Anpassung dieser Faktoren kann die Attackenfrequenz deutlich reduzieren.
Moderne Diagnostik und Behandlungsansätze
Die Migränediagnose basiert primär auf der Anamnese und der klinischen Untersuchung. Bildgebende Verfahren sind nur bei atypischen Verläufen, neuen neurologischen Symptomen oder Verdacht auf sekundäre Ursachen erforderlich.
Moderne Akuttherapien umfassen neben klassischen Analgetika spezifische Migränemedikamente wie Triptane oder die neueren CGRP-Rezeptor-Antagonisten (Gepante). Die Wahl des Medikaments richtet sich nach der Schwere der Attacken, den Begleitsymptomen und individuellen Faktoren.
Für die Prophylaxe stehen verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung, darunter Betablocker, Antikonvulsiva, Antidepressiva und seit 2018 auch spezifische CGRP-Antikörper. Nicht-medikamentöse Ansätze wie Entspannungsverfahren, Biofeedback, Ausdauersport und Akupunktur haben ebenfalls nachgewiesene Wirksamkeit.
Die Behandlung sollte individuell angepasst und regelmäßig evaluiert werden. Ein multimodaler Ansatz, der medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren kombiniert, zeigt oft die besten Ergebnisse.
Die frühzeitige Erkennung und das Verständnis der Migräne Symptome sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung und einer verbesserten Lebensqualität für Millionen von Betroffenen weltweit.

30 jährige Erfahrung mit dem Thema Migräne ließen mich auf den Weg des Geistigen Heilens kommen. Mit den Methoden der Bioenergiearbeit, der Zahlenpraxis und Ursachenerforschung beginne ich stets die Heil- Coach- Arbeit zu diesem Thema und konnte so schon vielen Menschen helfen.
Einen Termin können Sie vereinbaren unter: 0173 8816261.


